Die hiersein-Themen

Wie kommt eine Unterkunft auf hiersein?



Durch ein Gespräch. Meistens ein langes.

Bevor eine Unterkunft auf hiersein erscheint, verschicke ich zunäcst einen Online-Fragebogen. Danach führe ich ein persönliches Gespräch mit den Gastgeber:innen am Telefon, wenn möglich auch vor Ort. Verstehe ich etwas nicht, frage ich nach. Ich lasse mir die Zusammenhänge erklären und bei einem Besuch auch zeigen.

Hiersein stellt Unterkünfte vor, deren Gastgeber:innen verschiedene Maßnahmen für nachhaltigeres Wirtschaften umsetzen. Wie das aussieht, kann von Unterkunft zu Unterkunft unterschiedlich sein. Deshalb verlasse ich mich nicht nur auf einen Fragebogen, sondern suche zusätzlich das persönliche Gespräch.

Unabhängige Nachhaltigkeitssiegel sind kein automatischer Türöffner für hiersein. Fehlende Siegel aber auch kein Grund, nicht als hiersein-Unterkunft aufgenommen zu werden.

Ob eure Unterkunft grundsätzlich zu hiersein passt, finden wir gemeinsam im direkten Kontakt heraus. Hüpft dafür einmal auf »Mitmachen«. Hier auf dieser Seite erfahrt ihr, wie ich die Angaben zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen prüfe und einordne.

Was ich mir anschaue:



Ich betrachte vier Bereiche, die ich hiersein-Themen nenne: ESSEN, HAUS, MENSCH und NATUR. In jedem Bereich gibt es konkrete Maßnahmen, die Gastgeber:innen umsetzen können – aber nicht müssen. Was für ein Hotel oft selbstverständlich ist, kann für eine kleine Ferienwohnung eine große Herausforderung sein. Deshalb frage ich nicht nach dem »Wieviel«, sondern nach dem »Was, Wie, Wo und Warum«.

Alle Angaben stammen von Gastgeber:innen selbst. Ich prüfe sie im persönlichen Gespräch und, wenn es Zeit und Entfernung zulassen, vor Ort. Liegen Zertifizierungen vor, nenne ich sie. Wo das nicht der Fall ist, erläutere ich die konkreten Maßnahmen der Gastgeber:innen.

Beispiele für Nachhaltigkeitsmaßnahmen, nach denen ich frage:

essen

essen

Mich interessiert, woher Lebensmittel stammen, welche Rolle Regionalität, Saisonalität und kurze Lieferwege spielen und wie Gastgeber:innen ihre Produkte auswählen.


Deshalb frage ich nach der Herkunft, den Lieferbeziehungen, den Transportwegen sowie danach, welche Rolle eigene Erzeugnisse, ökologisch wirtschaftende Betriebe oder kleinbäuerliche Höfe spielen.

haus

haus

Hier frage ich, wie ein Haus gebaut, saniert und eingerichtet wurde - und welche Materialien dabei verwendet wurden.

Viele der Unterkünfte sind Bestandsbauten – historisch, teils denkmalgeschützt, sorgsam saniert, mit naturbasierten Materialien wie Holz, Lehm oder Stein. Mich interessiert, ob es sich dabei um recyceltes Material handelt oder ob es aus der Region bezogen wurde.

Bei neu errichteten Häusern möchte ich erfahren, welche Rolle Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Flächenversiegelung gespielt haben. Ob Barrierefreiheit berücksichtigt wurde, wenn es die Bausubstanz zuließ.

In manchen Unterkünften wurden alte Möbel restauriert statt weggeworfen. Ich frage auch danach, aus welchen Materialien neue Möbel bestehen und ob sie langlebig, recycelt oder naturbasiert sind.

mensch

mensch

Hier möchte ich wissen, wer hinter der Unterkunft steht, wie Gastgeber:innen mit Mitarbeiter:innen und Lieferant:innen zusammenarbeiten und ob sie sich in ihrem Umfeld engagieren.

Die meisten Unterkünfte auf hiersein sind kleine, inhabergeführte Betriebe. Geführt von Menschen, die ihre Nachbar:innen und Lieferant:innen gut kennen. Ich frage nach, ob und wie sich Gastgeber:innen in ihrem Ort oder in sozialen Projekten einbringen.

Viele Gastgeber:innen geben an, bevorzugt mit lokalen Betrieben zusammenzuarbeiten, weil sie zur regionalen Wertschöpfung beitragen. Das kann die Wäscherei um die Ecke sein, der Schreiner aus dem Nachbardorf oder der Fahrradverleih im Ort.

Mitarbeiter:innen stammen, wenn möglich, aus der Umgebung. Wer von weiter weg kommt, erhält Unterstützung bei der Wohnungssuche. Die Entlohnung erfolgt nach Angaben der Gastgeber:innen mindestens nach oder über Tarif.

natur

natur

Hier frage ich nach Maßnahmen zum Schutz von Natur und Ressourcen, von Wasser über Energie bis hin zu Materialien.

Ich möchte mehr über das Vorgehen zur Förderung der Artenvielfalt erfahren. Dazu können Streuobstwiesen, ungemähte Bereiche im Garten, Pflanzung von klimaresistenten und einheimischen Sträuchern und Bäumen gehören. Hecken, Bruchsteinmauern oder Totholzecken können wichtige Rückzugsmöglichkeiten und Nistplätze bieten.

Mich interessiert, wie Gastgeber:innen den Wasserverbrauch reduzieren. Ob sie Durchflussbegrenzer nutzen, aufgefangenes Regenwasser zur Bewässerung des Gartens verwenden, wenn möglich auch für die Toilette, und Gäste dazu einladen, bewusst mit der Ressource Wasser umzugehen.

Ich möchte wissen, woher die Energie stammt und ob sie teilweise selbst erzeugt wird. Manche Gastgeber:innen beziehen nachweislich Ökostrom mit Herkunftsnachweis, andere haben Photovoltaik auf dem Dach. Häufig gehört zur aktiven Ressourcenschonung eine LED-Beleuchtung, Bewegungsmelder und technische Geräte mit Energieeffizienzklasse A dazu.

Im Badezimmer, in der Küche und im Alltag des Betriebs wird Plastik vermieden, wo immer es geht. Einwegverpackungen werden so weit wie möglich durch Wiederverwertbares und Großgebinde ersetzt.

Handtücher und Bettwäsche werden nur gewechselt, wenn es wirklich nötig ist. Ich frage auch nach den eingesetzten Reinigungs- und Waschmitteln. In vielen Häusern kommen nach Angaben der Gastgeber:innnen Produkte mit ausgewiesenen Umwelteigenschaften zum Einsatz.




Die Angaben beruhen auf Informationen der Gastgeber:innen, die ich durch Fragebogen, persönliche Gespräche und – wenn möglich – Besuche vor Ort einordne. Eine unabhängige Zertifizierung ist keine Voraussetzung, wird aber genannt, wenn sie vorliegt.