Fannys Gästehaus, Weißach, Tegernsee, Bayern

Fannys Gästehaus

Auf den ersten Blick macht das weiß getünchte Haus mit den blumengeschmückten Holzbalkonen wirklich einen auf Understatement. Schlau, denke ich, sich gar nicht erst messen zu wollen an der hinreißend schönen Natur im oberbayerischen Voralpenland. Als ich um die Ecke den Garten entdecke, muss ich mein vorschnelles Urteil geschwind wieder revidieren. Die geheime Superkraft von »Fannys Gästehaus« zwischen Tegernsee (nur fünf Radminuten entfernt) und Wallberg liegt genau hier. Ein kleines Paradies, wild und bunt. Im Gemüsebeet zwischen Rosen und Lavendel gedeihen nach Herzenslust die unterschiedlichsten Kräuter, wie Brennnesseln, in anderen Gärten oftmals als Unkraut verschrien. Nicht so im »Fannys«, wo sie zum wunderbaren Frühstück im charmanten Urlaubsbergquartier als Zutat einer geheimen Kräutermischung in der Teekanne landen.

Seit Herbst 2025 ist Vroni hier in dritter Generation die Gastgeberin mit dem grünen Daumen. Ob die tägliche Kräuterteedosis für deren herzlich gelassene Ausstrahlung verantwortlich ist, die einem als Gast das beflügelnde Gefühl verleiht, als säße bei einer guten Freundin? Aber zurück zu den Anfängen. Als der Tourismus im Tegernseer Tal in den 50er Jahre zu boomen begann, erbaute Oma Fanny am Bachlauf der Weißach ein eingeschossiges Gästehaus und betrieb es mit oberbayrischer Grandezza und vielen Stammgästen bis ins hohe Alter. Dann übernahm Fannys Tocher die ehemalige Pension Bartl und führte das Haus in gewohnter Manier weiter. Im vergangenen Jahr durfte Vroni in die Fußstapfen ihrer Mutter treten und geht als gelernte Innenarchitektin und Illustratorin, Buchautorin und Heilpflanzenexpertin mit »Fannys Gästehaus« nun ihren eigenen Weg.

Während sich das »Fannys« von außen noch im voralpinen 50er-Jahre-Stil präsentiert, ist das Erdgeschoss innen wohltuend hell, frisch und freundlich gestaltet. Vom Eingangsbereich durch einen verführerischen Gästehaus-Shop mit selbstgestalteten Postkarten geht es in die Küche, die zugleich Frühstücksraum ist. Vieles erinnert hier liebevoll an Oma Fanny, wie die salbeigrün gestrichene Kommode umrahmt von den zauberhaften Illustrationen der kreativen Tegernseerin. Über dem Küchenherd trocknen die Kräuter, die aus dem Garten und von heimischen Bergwiesen stammen. Vier schlicht-schöne Gästezimmer mit Balkon liegen im Obergeschoss des schnuckeligen Gästehauses, die während der Modernisierung mit Holz, Loden und karierter Bettwäsche ausgestattet wurden. Im umgebauten Gartenhäuschen finden heute Yoga-Retreats statt und vielleicht gibt Vroni in einem Heilkräuterkurs demnächst auch ihre geheime Kräuterteemischung preis.



hiersein-Themen

natur

  • Raupen, Falter & Co.: Die wilde Blütenvielfalt und die Anpflanzung von Kräutern, Obstbäumen und Gemüse im Garten von »Fannys Gästehaus« tragen durch ihre Vielseitigkeit aktiv zur Artenvielfalt bei
  • Korrekt, die Nutzung einer vor knapp 10 Jahren angeschafften Ölheizung ist per se nicht nachhaltig und doch wird sie im »Fannys« aufgrund ihres recht jungen Alters und guter Emissionswerte weiterhin genutzt; durch die zusätzliche Installation von Solarpaneelen auf dem Hausdach konnte der Bedarf an fossiler Energie jedoch um ganze 75% gesenkt werden
  • Wasser wird über die Solarthermie in einem geschlossenen Wasserkreislauf erhitzt und sorgt mithilfe eines Pufferspeichers mittlerweile maßgeblich für die Wärme im Haus
  • Auf dem Gartenhäuschen sitzt außerdem eine PV-Anlage, die das »Fannys« mit Strom versorgt; was darüber hinaus benötigt wird, bezieht die Gastgeberin von einem Öko-Strom-Anbieter

essen

  • Das frisch zubereitete Frühstück ist für Vroni eine Herzensangelegenheit
  • Es gibt selbstgemachte Marmeladen & Aufstriche mit frischen Kräutern und essbaren Blüten aus dem Garten, regionale Käsespezialitäten, dazu selbst zubereitetes Birchermüsli und Granola
  • Zutaten wie getrocknete Kräuter und Früchte, Gewürze, Nüsse, Müsli, etc. werden in hohen Schraubgläsern im offenen Küchenregal aufbewahrt
  • Der Kräutertee ist eine Mischung (nein, es ist kein Geheimnis…) aus Minze, Melisse, Dost, wilder Thymian, Schafgarbe und Blüten - gesammelt im Garten und auf dem Berg
  • Als Expertin für die heimische Pflanzenheilkunde hat Vroni zusammen mit einer Freundin zwei Bücher über Heilkräuter rausgebracht, weitere illustriert und weiß, wie man lokale Heilpflanzen zu heilsamen Naturprodukten verarbeitet
  • Im »Fannys« finden auch regelmäßig Kochworkshops für gesunde, z.B. basische Ernährung statt

haus

  • Im Laufe der letzten Jahre wurde das knapp 70 Jahre alte Haus, das Vronis Großmutter 1958 erbaute, peu à peu modernisiert und immer weiter fit für die Zukunft gemacht
  • Die Einrichtung der Aufenthaltsräume und Gästezimmer ist eine Mischung aus Alt & Neu wie Omas alte und wiederhergerichtete Kommode, ein abgeschliffener Jogltisch, etc.
  • Die Holzeinbauten in den Gästezimmern wurden von einem lokalen Schreiner aus Fichte gefertigt
  • Für die Bespannung der Schränke mit heimischem Loden legte die Innenarchitektin sogar selbst Hand an

mensch

  • Vroni möchte mit dem »Fannys« auch anderen Kreativen aus der Region zu mehr Sichtbarkeit verhelfen und stellt in ihren Räumen u.a. Drucke lokaler Künstler:innen aus
  • Auch wenn ihre als brandneue Gastgeberin gerade etwas die Zeit fehlt, engagiert sich die Tegernseerin gerne für soziale Projekte; für ihre Masterarbeit hat sie eine Gemeinschaftswährung gegründet und war jahrelang für die Nachbarschaftshilfe unterwegs
  • Wohlsein & Achtsamkeit: in der Nebensaison werden im »Fannys« Yoga-Retreats und Achtsamkeits-Workshops angeboten


und sonst so?

  • Klein & fein: Insgesamt vier Zimmer mit Doppelbett hat das »Fannys« - und alle eint diese wunderbare Mischung aus bayerischer Gemütlichkeit und modernem Design, zurückhaltend schön
  • In einem der Zimmer steht ein zusätzliches Einzelbett, falls ihr zu dritt übernachten möchtet
  • Der Zimmerpreis beinhaltet Vronis liebevoll zubereitetes Frühstück
  • Ihr wollt gleich das ganze Haus mieten? Ja, das geht - sogar bis zu 10 Personen!
  • Was bei dem sensationellen Bergblick natürlich nicht fehlen darf: Jedes Zimmer verfügt über einen eigenen Balkon
  • Was mir gut gefallen hat: Es gibt zwar Fernseher, aber die sind sehr geschmackvoll versteckt; außerdem modernisiert Vroni das Obergeschoss im »Fannys« sehr behutsam und Schritt für Schritt, so dass auch immer ein Stück Geschichte ablesbar bleibt
  • Und Hunde sind gegen einen kleinen Aufpreis auch willkommene Gäste
  • Für Tee, Kaffee und Snacks zwischendurch befindet sich auf der gleichen Etage eine kleine Teeküche
  • Im Sommer gilt in der Regel ein Mindestaufenthalt von drei Nächten, außerhalb der Saison sind je nach Verfügbarkeit kürzere Aufenthalte möglich; in jedem Fall lohnt es sich, nachzufragen
  • Das Leben spielt sich hier draußen ab, egal zu welcher Jahreszeit!
  • Der smaragdgrün glitzernde Tegernsee (etwa 5 Minuten per Rad und 20 Minuten zu Fuß) erwartet euch zum Schwimmen, Sonnenbaden, Schifferlfahren, SUPen, Segeln & Eiscremeschlecken am Holzsteg
  • Und wenn euch der Trubel am See zu viel wird: Durch eine seitliche Eingangstür habt ihr direkten Zugang zur Weißach mit einer klitzekleinen Badestelle zum Abkühlen
  • Vom Weißachweg kommt ihr zu Fuß oder mit dem Rad direkt in Richtung Berge
  • Apropos Berge! Für wanderfreudige Gäste ist das »Fannys« ein idealer Ausgangspunkt: Zur Buslinie 356 in Richtung Stuben lauft ihr 10 Minuten (Rottach-Egern, Weißachbrücke); zur Wallbergbahn benötigt ihr etwa 25 Minuten zu Fuß
  • Im Winter erreicht ihr vom »Fannys« aus schnell die kleinen Skigebiete im Tegernseer Tal, Langlaufloipen und eine der längsten Rodelstrecken Oberbayerns am Wallberg - oder ihr besucht per Schiff die wunderschönen Weihnachtsmärkte am See


Bilder

© Magdalena Acher