Tabakscheune Wissel
Wie der Name schon unweigerlich verrät, liegt das kleine Dorf Wissel weder in Nicaragua noch in Brasilien - oder sonst einem tropischen Land. Doch auch am Niederrhein wurde einst im großen Stil Tabak angebaut, was Wissel den Beinamen »Tabakdorf« einbrachte. Ein Überbleibsel aus jener Zeit ist die »Tabakscheune Wissel« um 1820, die letzte ihrer Art. Noch bis in die 50er Jahre hingen hier zum Trocknen Zigarrenblätter von der Decke, heute baumelt nur noch ein gemütlicher Hängesessel am alten Dachbalken.
Vom Vorbesitzer in den 90er Jahren aufwendig restauriert, modernisierten Lena und Tom vor wenigen Jahren die denkmalgeschützte Scheune und verwandelten das historische Backsteingebäude in ein hübsches Ferienhäuschen. Bis sich die angehende Kräuterpädagogin und der Webdesigner vor einigen Jahren in Wissel niederließen, waren sie selbst jahrelang in der Welt unterwegs auf Reisen. Genug Inspiration, um jetzt auch Gästen der Tabakscheune einen entspannten und herzlich nahbaren Aufenthalt zu bescheren.
Die Winterzeit verbringen Ruhesuchende am liebsten vor dem knisternden Kaminofen oder in der einladenden Sauna. Im Sommer summen die Bienen und Schmetterlinge flattern durch den Bauerngarten, wo in friedlicher Permakultur alles wächst, was samenfest ist. Bei einer kleinen Tour durch den Garten verrät Gastgeberin Lena, aus welchen Kräutern Tee oder Oxymel hergestellt wird. Wie das geht, zeigt sie ihren Gästen gerne bei der gemeinsamen Zubereitung. Auf Wunsch gibt's ein reichhaltiges Frühstück mit selbst gebackenem Sauerteigbrot und röstfrischen Kaffee aus der Siebträgermaschine oder eine neapolitanische Pizza aus dem 400°-Ofen mit Zutaten aus dem Garten.
Mit einem großen, loftartigen Wohnbereich empfängt die Tabakscheune ihre Besucher:innen. Egal, ob man im großen Hängesessel schaukelt oder eine der beiden, offenen Schlafemporen erklimmt, der Blick reicht einmal komplett durch den liebevoll gestalteten Raum, durchsetzt mit frechen Farbtupfern. Platz ist hier für vier Menschen, die sich mögen und ohne Wände auskommen. Eine weitere Person kann auf der Schlafcouch übernachten. Nach einer erfrischenden Regendusche lohnt sich ein Ausflug in die Wisseler Dünen, ins historische Xanten, die Studentenstadt Nimwegen, das Museumsschloss Moyland oder in die Felder vor der Tür. Wenig tropisch, dafür aber wunderbar erholsam!
hiersein-Themen
haus
- Die ehemalige Tabakscheune wurde um 1820 erbaut. Zwischen 1991 und 1993 restaurierte der Voreigentümer das Gebäude aufwendig und stellte es unter Denkmalschutz. Von 2021 bis 2023 haben Lena und Tom die Scheune behutsam modernisiert und erstmals als Wohnraum nutzbar gemacht.
- Der uralte Steinboden und die heute fest verglasten Lüftungsfenster unter dem Dach erzählen noch immer von der ursprünglichen Nutzung der Scheune – und von der Geschichte des Dorfes
- Beim Innenausbau wechselte Tom gewissermaßen den Beruf: vom Webdesigner zum Produktdesigner („Endlich mal etwas mit den Händen erschaffen“). Die beiden Emporen, die Betten, die Küchenarbeitsplatte aus Beton, sogar die Sauna hat er selbst gebaut.
- Auch die Einrichtung, ein Potpourri aus Naturmaterialien, Kleinanzeigenfunden und Handarbeit trägt eine persönliche Handschrift. Sie spiegelt die Liebe der Gastgeber zu Natur, Design, Reisen und Handwerk.
natur
- Der Garten bestand ursprünglich nur aus einer regelmäßig gemähten Wiese. Noch bevor im Haus alles fertig war, begann Lena draußen bereits mit der Verwandlung.
- Heute wachsen dort über 10 Obst- und Nussbäume, ein biologischer Gemüsegarten mit Kompost, Himbeer- und Blaubeerhecken sowie insektenfreundliche Staudenbeete
- Dazwischen gedeihen Heilpflanzen, die überall im Garten ihren Platz gefunden haben
- Auch die Tiere fühlen sich wohl: Igel, Vögel und Erdkröten sind längst eingezogen – und in diesem Jahr kommt sogar ein eigenes Bienenvolk dazu
- Nach vielen Anträgen und Telefonaten wurde schließlich auch die Photovoltaikanlage installiert. Trotz Denkmalschutz.
- Das Wasser für Pflanzen und Insektentränken stammt aus dem Brunnen
- Bei den angebotenen Speisen – vegetarisch, auf Wunsch auch vegan – achten die Gastgeber auf regionale und saisonale Zutaten in Bioqualität. Oder besser.
- Geputzt und gewaschen wird mit ökologischen Reinigungs- und Waschmitteln
und sonst so?
- Die Tabakscheune bietet Platz für vier bis fünf Gäste. Auf zwei Emporen (eine über eine Treppe, eine über eine Leiter erreichbar) befindet sich jeweils ein Doppelbett, eine fünfte Person kann auf der Schlafcouch im Wohnraum übernachten. Möglicherweise eher für Familien mit etwas älteren Kinder geeignet.
- In der vollausgestatteten Küche mit Spülmaschine kann man sich selbst kulinarisch versorgen. Frische Kräuter stehen je nach Jahreszeit bereit. Oder man lässt Lena & Tom machen und genießt das Frühstück ans Bett (15,- Euro pro Person), bestellt einfach nur ofenfrische Brötchen (5,- Euro) oder probiert die vielgelobte Pizza (13,- Euro pro Person) vor dem Kaminofen oder im Garten.
- Der Mindestaufenthalt beträgt zwei Nächte, die einmalige Endreinigungspauschale liegt bei 50,- Euro
- Hunde werden zwar geliebt, sind aus Rücksicht auf andere Gäste jedoch leider nicht erlaubt
- Handtücher und Bettwäsche gehören selbstverständlich zum Service, ebenso wie ein Strauß Blumen aus dem Garten und eine Flasche Streuobstwiesen-Apfelsaft
- Holz für den Ofen ist inklusive, die Sauna kann für 30,- Euro als Energieausgleich genutzt werden
- Für Familien steht eine Babyausstattung mit Bett und Stuhl bereit
- Und für die Minis wartet ein Schrank mit Spiel- und Malsachen
- An heißen Tagen dürfen sich Gäste im Pool der Gastgeber erfrischen
- Das Dünendorf Wissel liegt zwischen Wiesen und Wasser – dem Rhein und dem Badesee Wisseler See
- Für Kinder locken Freizeitparks wie das Kernie Wunderland direkt um die Ecke oder das Irrland bei Weeze
- Der Niederrhein gilt außerdem als echte Fahrradregion. Im Dorf gibt es einen Verleih, und unzählige Radtouren starten direkt vor der Haustür. Sogar die Römerstadt Xanten lässt sich bequem mit dem Rad erreichen.