Villa Seinerzeit, Monschau, Eifel, Nordrhein-Westfalen

Villa Seinerzeit

Im 18. Jahrhundert zogen die Tuchmacher in Monschau ihre schweren Stoffballen per Seilzug in die Speicherböden. Die Speicherluken unterhalb des Dachgiebels waren oft mit kleinen Vordächern versehen, um das kostbare Gut vor Regen zu schützen. Heute baumelt am Vordach der herrschaftlichen »Villa Seinerzeit« nur noch ein Herrnhuter Stern, gar federleicht wippt er im Wind. Rückseitig geschickt in den terrassierten Felshang hineingebaut, überragt die 250 Jahre alte Tuchfabrikantenvilla imposant ihre Nachbarn am Ufer der Rur. Windschiefe Fachwerkfassaden, schiefergedeckte Türmchen und weiße Sprossenfenster prägen das Bild der idyllischen Kleinstadt in der Nordeifel. Einst lebten angesehene Bürger:innen Monschaus in dem repräsentativen Gebäude, heute können Reisende in drei komfortablen Ferienwohnungen auf angenehmste Art und Weise der Vergangenheit auf die Spur gehen.

Als wären sie direkt in eine andere Zeit katapultiert worden. So beschreiben Sandra und Oliver ihren ersten Besuch der lange schon unbewohnten, aber noch komplett möblierten Villa, an der unaufhaltsam der Zahn der Zeit nagte. Beim Gang durch die Etagen ließ sich die bewegte Geschichte des mächtigen Hauses hinter zig Tapetenschichten, nachträglich eingezogenen Wand- und Deckenpaneelen nur noch erahnen. Doch kundig in Sachen Denkmalsanierung, waren sich die zwei Wahl-Monschauer bald einig: Dieser Schatz gehört erhalten! Zwischen 2021 und 2025 erfolgte eine aufwendige Sanierung, schonend, ökologisch und voll der Liebe zum alten Gemäuer. Beim Entkernen und Freilegen verborgener Bauteile tauchte Sandra, Architektin und Bauherrin, immer tiefer in die jahrhundertealte Geschichte des Hauses ein. Jede freigelegte Schicht offenbarte neue Spuren der Vergangenheit. Aus ersten Ideen entstanden im behutsamen Dialog mit dem Bestand klare räumliche Konzepte und ein klarer gestalterischer Ausdruck.

Und wie schön das geworden ist! Ob die raffiniert beleuchteten Wandnischen mit Sitzkissen, die früher als Kühlschrank dienten, ein Wohnzimmer mit imposanten Wandgemälden aus dem 18. Jahrhundert, reichlich Stuckverzierungen und schwere Eichentüren oder historische Bruchsteinmauern und uralte Holzbalken. Sandra und Oliver ist es gelungen, dem stattlichen Haus seine Geschichte zurückzugeben, neue Ideen miteinzuflechten und ein Refugium für Feriengäste zu schaffen, das eine besondere Zeitreise verspricht. Durch die Hanglage hat jede der drei Ferienwohnungen eine eigene Gartenebene, hübsch eingesäumt von Monschaus bekannten Trockenmauern, gemütlich umrahmt von eifeltypischen Bäumen und Büschen. Wenn am Ende des Tages weiches Licht über die Dächer der Altstadt fällt, der Ort langsam zur Ruhe kommt und man mit einem Glas Wein auf das gegenüberliegende Aukloster blickt, erstrahlt die »Villa Seinerzeit« im schönsten Licht. Und der Stern am Giebel wiegt sanft in der Abendbrise.



hiersein-Themen

haus

  • Bei der Sanierung der denkmalgeschützten Tuchfabrikantenvilla von 1780 verfolgten die Bauherren einen konsequent nachhaltigen Ansatz
  • Den Erhalt und die Weiternutzung historischer Bauten verstehen sie dabei als wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung – nicht zuletzt, weil die gespeicherte graue Energie (Primärenergie, die beim Bau von Gebäuden aufgewendet wird) durch die lange Nutzungsdauer bewahrt bleibt
  • Der jahrhundertealten Bautradition folgend kamen bei der Sanierung weitestgehend natürliche, ursprüngliche Materialien wie Lehm- und Kalkputz, Lehmfarben, Eichenholz, Bruchstein und Schiefer zum Einsatz
  • Wieder verwenden und neu denken! Rückgebaute Materialien wurden sorgfältig recycelt und erneut eingesetzt, z.B. der historische Stromlehm aus den freigelegten Fachwerkwänden
  • Originale Bauteile, wie Holzkonstruktionen, Türen, Dielenböden, Sprossenfenster und Holztreppen erfuhren eine behutsame Restaurierung
  • Auch Antiquitäten aus dem Haus wurden sorgsam aufgearbeitet und im neuen Wohnkonzept mit modernen Möbelstücken kombiniert; aus ehemaligen Eichendielen entstanden maßgefertigte Einbauten und Möbel
  • Die Zusammenarbeit mit überwiegend regionalen Handwerksbetrieben war maßgeblicher Ansatz des Projekts; Sandra und Oliver engagieren sich aktiv für die Zukunft Monschaus, tragen dazu bei, lokale Strukturen zu stärken und die Verbundenheit mit dem Ort zu fördern

natur

  • Alle Gartenebenen umgibt eine eifeltypische Vegetation, die Trockensteinmauern stammen aus dem 18. Jahrhundert und sind baukulturelles Erbe; da die aufgeschichteten Steine ohne Mörtel auskommen, bieten Ritzen und Spalten wichtige Rückzugsmöglichkeiten für Insekten & Co.
  • Die Wärmeversorgung der Villa erfolgt non-fossil über eine moderne Pelletheizung, die mit regional erzeugten Holzpellets betrieben wird
  • Der Einsatz ökologischer Dämmstoffe wie Holzfaserplatten sowie Niedertemperatur-Flächenheizungen sorgt für ein energieeffizientes Raumklima
  • Der Strombedarf wird vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt


und sonst so?

  • Die liebevoll sanierte »Villa Seinerzeit« bietet 3 hochwertig und geschmackvoll eingerichtete Ferienwohnungen für 2 bis 6 Gäste
  • Dank der Hanglage verfügt jede Wohnung über eine (oder mehrere) Gartenebenen nach Süden hin zur Alleinnutzung, die direkt von der jeweiligen Wohnung teils über Stege erreichbar sind
  • Ferienwohnung »LIEBLINGSZEIT« eignet sich mit seiner Größe von 57 qm und einem Schlafzimmer für 2 Gäste; sie liegt im 2. Obergeschoss mit 2 Gartenebenen
  • Bis zu 5 Personen finden in der Ferienwohnung »TRAUMZEIT« im 3. Obergeschoss Platz: Die höchstgelegene Wohnung hat auf einer Wohnfläche von 110 qm 2 Schlafzimmer (ein 5. Gast kann auf einem hochwertigen Schlafsofa in einem der Schlafzimmer übernachten), 2 Bäder, einen Wohnraum mit Kaminofen und natürlich belassenem Lehmputz - und ein Daybed zum Entspannen am Fenster im offenen Flurbereich; die Gartenebene ist über eine Treppe in der Küche zugänglich
  • Ferienwohnung »ZEITREISE« ist mit 130 qm die größte Wohnung und verteilt sich über Ebenen im 1. und 2. Obergeschoss: Mit 3 Schlafzimmern, 2 Bädern, einem separaten WC, Kaminofen und einer 70 qm großen Gartenterrasse ist sie für 6 Gäste geeignet
  • Das Mitbringen von Vierbeinern ist auf Anfrage gegen eine Gebühr von 15 Euro pro Nacht möglich
  • Für jede Wohnung gilt unter der Woche eine Mindestanmietung von 3 Nächten, bei einer Wochenendbuchung können Gäste am Freitag am 15:00 Uhr anreisen und bis Sonntagabend bleiben
  • Es fällt eine separate Endreinigungspauschale an, die in Abhängigkeit der Größe einer Wohnung steht
  • Zum Be- und Entladen dürfen Urlauber:innen direkt vor das Haus fahren, die nächste öffentliche Parkmöglichkeit befindet sich 100 Meter vom Haus entfernt, die Parkgebühren werden werden von den Gastgebern übernommen
  • Falls keine der Wohnungen frei ist, vermieten Sandra und Oliver noch das wenige Minuten entfernte »Ferienhaus AUSZEIT«, ein ebenfalls kernsaniertes Tuchmacherhäuschen am Laufenbach für bis 6 Personen
  • In Monschau solltet ihr euch unbedingt das Rote Haus, in dem ihr mehr über die Tuchmachergeschichte erfahrt, und das Fotografie-Forum mit wechselnden Ausstellungen anschauen
  • Der Panoramaweg, den ihr in weniger als 10 Minuten zu Fuß vom Haus erreicht, bietet einen großartigen Ausblick auf die malerische Kulisse der Stadt und die Burg Monschau
  • Die Lage von Monschau ist ideal für Outdoor-Freund:innen: das historische Fachwerkstädtchen liegt direkt am Rande des Nationalparks Eifel mit zig Wander- und Radwegen und dem Hochmoor Hohes Venn, durchzogen von Holzstegen, die auch über die Grenze hinweg nach Belgien führen
  • Der beliebte Fernwanderweg »Eifelsteig« führt mitten durch den Ort
  • Am 13 km entfernten Rursee könnt ihr außerdem nach Herzenslust baden, segeln, surfen, tauchen, SUPen, oder mit dem Kanu fahren
  • Und im Winter? Hat Monschau vielleicht einen der schönsten Weihnachtsmärkte in der Eifel zu bieten – also rechtzeitig buchen!


Bilder

© Elmar Paul Sommer & Oliver Bartsch