Gasthaus Canow, Canow, Mecklenburgische Seenplatte

Gasthaus Canow

Vorhang auf für jene liebenswert vertrauten Geräusche, die einfach immer einen guten Start in den Tag verheißen. Wie Vogelgezwitscher am Schlafzimmerfenster. Ein zauberhaft dahingeschmettertes Biene-Maja-Solo der vierjährigen Nachbarin. Oder das ohrenbetäubende Zischen einer Siebträgermaschine, wenn der Barista mit routinierten Handgriffen den Milchschaum zubereitet. Der erste Cappuccino im Café ums Eck gehört für viele Menschen zur festen Morgenroutine. Eine, die man besonders schmerzlich vermisst, sobald der Tag ohne das lieb gewonnene Ritual beginnt. Weil das Frühstückscafé Sommerpause macht. Oder der eigene Urlaubsort ganz weit weg von allem liegt.

Als Lea und Auriel vor mehr als drei Jahren mit Sohn Baldur ihre Wahlheimat Berlin verlassen, planen sie an der Mecklenburgische Seenplatte, einen schönen Ort mit regionaler und nachhaltiger Gastronomie zu erschaffen. Die anfängliche Idee, nach Portugal auszuwandern wird schnell verworfen. Um in Sachen Lebensmittelkultur etwas zu bewegen, muss man vor der Haustür beginnen, ist Auriels feste Überzeugung, der wie Lea in leitender Position in der Berliner Gastronomie beschäftigt war. Auf der Suche nach einem Ort, an dem Gastgeben und Gastsein gleichviel Freude bereitet, stoßen sie über einen befreundeten Landwirt im 150-Einwohner-Dorf Canow auf eine vom Leerstand gezeichnete Stellmacherei.

Nach zweijähriger Kernsanierung des alten Hauses, zeitweiligem Unterschlupf im Bauwagen und der Geburt ihres zweiten Sohnes Alvar fegt seit Mai 2021 frischer Wind durch den Ort. Im »Gasthaus Canow« bieten die jungen Gastgeber Frühstück, selbstgebackene Kuchen und Tagesgerichte mit guten, regionalen Zutaten an. Einladend baumelt eine Schaukel am großen Kirschbaum im Garten, wachsen endlich wieder Tomaten im alten Glasgewächshaus, dem lange Zeit keine Beachtung mehr geschenkt wurde. Bei schönem Wetter genießen Gäste ihren Kuchen an gemütlichen Sitzgruppen im Hinterhof. Zum Bleiben laden vier großräumige Gästezimmer im Obergeschoss und ein Apartment neben dem Gastraum ein. Zurückhaltend-dezent und zeitlos die Einrichtung: Holzbetten und Nachttische, die aus einer nachhaltigen Manufaktur im Nachbarort stammen, senfgelbe und kornblumenblaue Tagesdecken, liebevoll ergänzt mit Möbeln aus zweiter Hand.

An der Grenze zu Brandenburg ziehen sich die kleinen Seen der Mecklenburgische Seenplatte wie an einer Perlenschnur entlang, Kanufahrer paddeln hier gemütlich durch die zahlreichen Schleusengänge von einem zum nächsten. Mit dem Rad ist es nicht weit bis zum kristallklaren Trünnensee, der im Sonnenlicht wunderschön smaragdgrün funkelt. Und wenn es im Gasthaus am Morgen aus dem Gastraum zischt, dann steht Auriel an der Espressomaschine und bereitet seinen Gästen den ersten Cappuccino des Tages zu. Damit auch an diesem entlegenen Ort zwischen Wäldern und Wiesen keiner auf sein lieb gewonnenes Ritual verzichten muss und der neue Urlaubstag einfach nur gut werden kann.



hiersein-Themen

essen

  • Das Gasthaus wird zu 100% biologisch und regional betrieben - mit hochwertigen Lebensmitteln kleiner Produzenten, die Lea und Auriel persönlich kennen, teilweise noch aus ihrer Berliner Zeit, in der sie u.a. in der Markthalle Neun tägig waren
  • Die angebotenen Speisen, wie Eintöpfe und Quiches (auch vegan & vegetarisch) wechseln regelmäßig nach saisonaler Verfügbarkeit
  • Für die selbstgebackenen Kuchen verwenden sie u.a. das eigene Obst aus dem Garten; eine größere Backstube im Nebengebäude auf dem Hof ist in Planung
  • Das ist ihnen wichtig: ein regelmäßiger Austausch unter Gleichgesinnten mit großer Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln und den Machern dahinter
  • Aus ehrlichem Interesse an der Vielfältigkeit der Lebensmittelkultur begeben sich die beiden Gastgeber immer wieder auf die Suche nach kleinbäuerlichen Betrieben und Herstellern in der Region

natur

  • Lea und Auriel bewirtschaften ihren Garten nachhaltig ohne Einsatz von Industriedünger und pflanzen Bäume, Sträucher und Stauden, die relativ wenig Wasser benötigen; mit Hecken schaffen sie Rückzugsräume für Insekten und Kleinsttiere
  • Gegossen wird der Garten ausschließlich mit dem eigenen Brunnenwasser
  • Die Erwärmung von Wasser und Heizung erfolgt über Erdwärme; für mehr Energieeffizienz und Unabhängigkeit ist die Installation einer Photovoltaikanlage geplant
  • From Low Waste to No Waste: im täglichen Betrieb ihres Gasthauses versuchen Lea und Auriel anfallenden Müll auf ein Minimum zu reduzieren, die Gemüsereste landen auf dem eigenen Kompost; auf lange Sicht streben sie ein No-Waste-Konzept an
  • Für die Reinigung kommen ausschließlich biologische Putzmittel zum Einsatz

haus

  • Auch wenn es ihnen viel Vorstellungskraft abverlangte: mit einer dicken Portion Mut haben Lea und Auriel die ehemalige Stellmacherei nach zehn Jahren Leerstand aus dem Dornröschenschlaf geweckt und dabei den ursprünglichen Charakter so gut wie möglich erhalten
  • In Eigeninitiative und mit Unterstützung von ortsansässigen Handwerkern wurde das komplette Haus mit Naturmaterialien (Lehm, Kalk, Gips, Ton und heimischem Holz) baubiologisch saniert und ausgebaut
  • Die Einrichtung: eine helle und freundliche Mischung aus Altem und Neuem mit selbstgeschreinerten Eschenholzmöbeln aus regionaler Forstwirtschaft, Erbstücken und 2nd-Hand-Möbeln

mensch

  • Als Lea und Ariel nach Canow ziehen, ist beiden klar: hier möchten sie zukünftig leben, ihre (bald) drei Kinder aufwachsen sehen und anderen zeigen, wie »simpel« man gutes & gesundes Essen zubereiten kann
  • Mit dem Gasthaus wollen sie der heimischen Bevölkerung eine Art Wohnzimmer bieten, um ganzjährig in entspannter Atmosphäre Freunde und Bekannte treffen zu können
  • Im Betrieb beschäftigen sie zwei Mitarbeiterinnen aus der Region in Festanstellung; jeder innerhalb des kleinen Teams kann und soll sich aktiv die Prozesse miteinbringen
  • Soziales Engagement in der Gemeinde zeigen die beiden außerdem als Mitgründer einer Geflüchteteninitiative, die ukrainischen Familien dabei hilft, in der Region unterzukommen


und sonst so?

  • Das Apartment im Erdgeschoss eignet sich mit zwei Schlafzimmern besonders für paddel- und pedalfreudige Familien und Freunde
  • Die vier 30 qm großen Wohlfühl-Doppelzimmer im Obergeschoss verfügen über ein Doppelbett und eine optional nutzbare Schlafetage, in der man vielleicht nicht aufrecht stehen, aber als dritter und vierter Gast vortrefflich schlafen kann
  • Großartig! Es gibt ein Wohnzimmer für alle Gäste mit gemütlicher Sitzecke und Küche, um sich selbst zu versorgen - oder eines der köstlichen Tagesgerichte aus dem Café aufzuwärmen
  • Das Café hat von Dienstag bis Sonntag zwischen 8 und 17 Uhr geöffnet
  • Auch externe Gäste bekommen im Gasthaus Canow ein reichhaltiges Frühstück mit feinstem Käse aus der Region, Tomaten aus dem Garten, selbstgemachten Marmeladen, Granola - und natürlich großartigen Fairtrade-Kaffee
  • Hunde sind gegen eine einmalige Reinigungspauschale von 15 Euro willkommen
  • Das solltet ihr wissen: Das Gasthaus liegt an der Dorfhauptstraße, der Verkehr in der Nacht ist jedoch mehr als überschaubar
  • Wer sich richtig erholen möchte, dem sei die Anreise mit Bahn und dem eigenen Rad empfohlen; die Gegend mit seinen vielen Wäldern, Wiesen und Seen lässt sich am besten auf zwei Rädern und später vom Wasser aus erkunden