Kleine Bleibe, Reckenthal, Westerwald, Rheinland-Pfalz

Kleine Bleibe

Tiefenentspannung in Bestform: In einer Badewanne fläzen und durch seidig-seifige Schaumkronen in nichts, außer wogende Baumwipfel und tiefgrünes Blattwerk spitzen. Ein schlicht-stilvolles Stück, das nicht etwa ein trauriges Dasein in irgendeiner Ecke fristet, vielmehr hinreißend opulent mitten im Baderaum thront. In einem Haus durchzogen vom intensiven, harzigen Fichtenholzgeruch, als säße man auf einem Hochstand im Wald. Sehen, ohne gesehen zu werden. Eine fast unverschämt berauschende Vorstellung. Und draußen die Westerwälder Natur, die mit ordentlich Schmackes ans große Fenster klopft - so wunderbar nah reicht das Grün ringsum an die »Kleine Bleibe« heran.

Heidewitzka! Was haben Form und Farbe der zwei Holzhäuser in Reckenthals Dorfkneipe bislang für Gesprächsstoff gesorgt. Von schwarzen Häusern war da die Rede, vom Turm am Hang, ja sogar von einem Wasserturm. Und dabei ist die Geschichte so einfach wie schön. Zwei waschechte Westerwälder, Caro und Nils, die gerne in naturnahen Design-Quartieren urlauben. Sie: Minimalismus schätzende Hotelfachfrau und Eventmanagerin. Er: Architekt, der als gelernter Schreiner am liebsten mit Holz arbeitet. Zusammen: aus tiefsten Herzen Gastgeber, die ihre eigene Version eines besonderen Rückzugsortes erschaffen wollten. Unweit der ehemaligen Heimat besichtigen die beiden Anfang 2021 ein Hanggrundstück und wissen im Nu, dass es keinen besseren Platz für die »Kleine Bleibe« geben könnte.

Wo bei zehn Meter Gefälle jeder Baustellentermin zur waghalsigen Kletterpartie wurde, erhebt sich heute am Fuße des Hanges das »Gipfelglück«. Poetisch-passend die Adresse: am Tannenweg. Ein schlanker Turm mit Holzwänden, aus denen Bänke wachsen, die Raum machen für tiefe Sitzfenster und geschickte Regallösungen. An der freistehenden Wanne vorbeigeschlängelt, geht's steil hinauf in die Wohn- und Schlafebene unterm Dach, der Blick vom Bett reicht weit hinein ins Gelbachtal. Oberhalb des Hanges, dort wo der Wald beginnt, steht das Haus »Waldwunder«. Die Räume wirken groß und hell, beruhigend das minimalistische Design. Vorarlberger Fernweharchitektur mit Farben und Materialien, wie sie in der Natur vorkommen. Im Erdgeschoss eine großzügige Küche für Menschen, die gerne Zeit zusammen verbringen, in der Wohngalerie versprechen gemütliche Sessel und ein Weitguck-Liegefenster eine wohltuende Auszeit.

Der Garten wild und grün. Mit Stauden und Gräsern, die die schwarzen Häuser einrahmen. Und um das »Geheimnis« zu lüften: Die geschwärzten Holzfassaden sind eine Anlehnung an das Westerwälder Fachwerk, bei dem typischerweise dunkle Sichtbalken verwendet wurden. Die traditionelle Bauweise bereichert durch den puristisch-persönlichen Stil der Gastgeber. Die »Kleine Bleibe« als Huldigung an die eigene Heimat und Verbundenheit zur Natur. Wen wundert's da noch, dass Caros Lieblingsplätze die Wanne im »Gipfelglück« und das Sitzfenster im »Waldwunder« sind. Sich fühlen wie mitten im Grünen. Aufs Leben im Dorf, die welligen Wiesen und sanften Waldhänge des Gelbachtals gucken und alle fünfe gerade sein lassen. Sag' ich doch: Tiefenentspannung pur!



hiersein-Themen

haus

  • Häuser und Möbel: aus Vollholzelementen gefertigt, einem nachwachsenden und recycelbaren Rohstoff
  • Die Wände, Decken und Möbel überwiegend aus Fichte, der Boden aus Weißtanne - die Hölzer stammen aus Österreich und Süddeutschland
  • Das Gebäudeensemble sind so arrangiert, dass Zwetschgen- und Walnussbaum auf ihrem ursprünglichen Platz bleiben konnten
  • Natursteinmauern aus heimischem Basalt bieten zahlreiche Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten & kleine Tieren
  • Versteht sich fast von selbst! Als Schreiner und Architekt mit eigenem Büro in Wiesebaden hat Nils regionalen Handwerkbetrieben den Vorzug gegeben
  • Alle Textilien und Gegenstände in der »Kleinen Bleibe« bestehen aus nachhaltigen und natürlichen Ressourcen
  • Die Bettmatratzen aus Naturkautschuk, Rosshaar und Kokosnussfasern, das Schlafzubhör und die Badtextilien zu 100% aus Bio-Baumwolle
  • Darauf dürfen Caro und Nils zurecht stolz sein: Jedes Geschirrteil ein Unikat und zu 100% aus Westerwälder Keramikstein - Marianne, eine Frankfurter Designerin, hat das Küchengeschirr entworfen und gemeinsam mit einer Westerwälder Keramik-Manufaktur von Hand produziert

natur

  • Für die beiden Westwälder steht die Natur an erster Stelle: ihre »Kleine Bleibe« so nachhaltig und ressourcenschonend wie möglich zu betreiben ist eine Herzensangelegenheit
  • Das Warmwasser wird über eine regenerative Luft-Wasser-Wärmepumpe gewonnen
  • 100% Ökostrom stammt aus der Region durch Wind-, Wasser-, Sonnen- und Biogas-Energie
  • Gute Dämmleistung durch die energieeffiziente Holzbauweise
  • Alle Pflanzen auf dem Grundstück werden mit gesammeltem Regenwasser bewässert
  • Durch die Verwendung von Kalksplitt auf den Terrassen und Wegen versickert das Regenwasser direkt auf dem Grundstück und gelangt nicht ins Abwassernetz
  • Die umweltfreundliche Reinigung der Textilien übernimmt eine lokale Reinigungsfirma
  • Seife und Spülmittel aus nachweislich biologischer und umweltfreundlicher Produktion


und sonst so?

  • Das »Waldwunder« hat eine Wohnfläche von 60 qm auf zwei Ebenen für vier Personen (Küche, WC und ein Schlafzimmer befinden sich im Erdgeschoss, ein zweites Schlafzimmer, das Bad und die Wohngalerie im Obergeschoss)
  • Das »Gipfelglück« für zwei Personen verteilt sich mit 42,00 qm auf drei Ebenen (Koch- und Essbereich liegt im Erdgeschoss, der Baderaum mit WC im Obergeschoss, Wohn- / Schlafbereich unterm Dach)
  • Beide Häuser haben jeweils eine schöne Außenterrasse im Garten mit einem Tisch und Sitzbänken
  • Damit ihr richtig runterkommt, wurde bewusst auf einen Fernseher verzichtet - wer will kann das W-LAN auch einfach ausknipsen
  • Aufs Wesentliche besinnen: Der eine spült, der andere trocknet ab und en passant entstehen die interessantesten Gespräche - wer vermisst da schon eine Geschirrspülmaschine?
  • Das dritte schwarze Haus im Bunde ist die »Hitzekiste«, ein Saunahäuschen, das allen Gästen zur freien Verfügung steht
  • Haustiere sind in der »Kleinen Bleibe« nicht erlaubt
  • Für E-Autos stehen auf dem Parkplatz zwei E-Lade-Stationen für euch bereit
  • Obwohl offiziell ein Ortsteil von Montabaur, ist Reckenthal doch ein kleiner, verträumter Ort; Empfehlung der Gastgeber: am besten vorher in Montabaur im Via Del Gusto (italienisches Lebensmittelgeschäft) oder im Bioladen einkaufen gehen
  • Bester Einstieg, um die Gegend kennenzulernen: der Skulpturenweg, der durch das zauberhaft Örtchen Reckenthal führt
  • Noch mehr Tipps findet ihr in »offline.« - ein liebevoll zusammengestelltes Urlaubs-Booklet von Caro und Nils mit Ausflug- und Restaurantempfehlungen und interessanten Details zum Konzept der »Kleinen Bleibe«


Bilder

© Célia Uhalde